Mit dem Rad von Garmisch an den Gardasee

Etappe 1: Garmisch-Bieberwier

So, nun ist es soweit. Die existiellen Fragen sind geklärt: Passen alle Klamotten, elektronischen Kleinteile, Ladeadapter für 3 Länder, Werkzeug etc. in den Rucksack, 2 Packtaschen, und einen Packsack, den ich in letzter Minute noch erstanden hatte. Ja, alles passt, und ein Blick auf die Waage (brutto 9.7kg) gibt mir Hoffnung, daß ich vor einer anspruchsvollen, aber eigentlich lösbaren Aufgabe stehe. So muß sich der FC Bayern München dereinst vor dem Spiel gegen Cottbus gefühlt haben (welches er dann ca. 5:2 verloren hatte) Siegesgewissheit ist eine nette Sache, ein Sieg eine noch Bessere..Die nächste Frage (mit der Bahn oder dem Auto nach Garmisch ?) entscheidet der Fahrkartenautomat der Bahn spontan durch totstellen. Also mit dem Auto. Würde 1h Gesamtfahrzeit sparen..Wenn der liebe Gott Eschenlohe in Niedersachsen platziert hätte, wo es sprachlich gesehen besser hinpassen würde, und nicht an strategisch ungünstiger Stelle ans Ende der Garmischer Autobahn.. Stauzeit: 1h.. Ich komme also fast zeitgleich mit dem Zug in Garmisch an, finde einen Parkplatz vor einem netten Privatgrundstück (`Wenn Sie noch ein bisschen an das Auto vor Ihnen aufschliessen, passt das schon`), und schon sitze ich auf dem Rad und pedaliere bei herrlichem Sonnenschein vorerst über bestens asphaltierte Feldwege auf die innereuropäische Grenze zur Republik Österreich zu. Als echtes Erlebnis erweist sich der Kiosk an der Grenze, noch auf deutscher Seite. Hier gibt es noch Kaffee wie in guter alter Zeit zubereitet.. Wieso eigentlich `wie` ? Aber EUR wird auch hier schon als Zahlungsmittel akzeptiert, und der Kuchen war zwar nicht billig, aber LECKER! Der Weg führt nach der Grenze meist unspektakulär am Fluss entlang, aber wenn die Sonne scheint, sind die paar Kilometer bis Ehrwald schnell von den Reifen abgespult. Irgendwie schwitze ich unter dem Rucksack und komme im Supermarkt auf eine Idee, die sich als ausgesprochen praktikabel erweisen wird: Ein Mikrofaser-Bodentuch schafft für wenig Geld perfekte Abhilfe. Inzwischen haben sich die kleinen Anstiege der scheinbar fast flachen Strecke auf 400 Höhenmeter addiert, was mir die innere Berechtigung gibt, diesen ersten Abend mit einem extra Weissbier zu beschliessen.

Angekommen in Bieberwier bleibt festzustellen: Hier ist der Hund begraben! Das Zimmer im `Alpina Regina` ähnelt eher einer Mönchszelle (das passt gut, ich bin ja zur inneren Einkehr hier), hat aber einen schönen großen Balkon mit Blick auf das Wettersteingebirge in der Abendsonne.. Es soll Leute geben, die extra mit dem Rad herfahren, um diesen Anblick zu geniessen.. Und die extatischen Lachsalven einer Rentnertruppe aus dem Land der Polder und Windmühlen können meinen sanften Schlaf nun auch nicht mehr stoppen. 

31.8.13 07:58

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