Mit dem Rad von Garmisch an den Gardasee

Etappe 2: Von Biberwier über den Fernpass nach Imst

Der Start in den 2. Tag bringt mir eine alte Weisheit ins Bewusstsein zurück: Wer auf Reisen ist, ist auf der Suche. Manchmal nach sich selbst, manchmal nach der nächsten Wegbiegung, meistens aber nach profanen Dingen, wie der Zahnbürste oder dem Kabel zum Handyladen. Aber irgendwann ist der ganze Wanderzirkus wieder in Sack&Pack verstaut und der Drahtesel wiehert vergnügt in der Morgensonne..

Der Start in diesen Tag hat es in sich, es geht auf Schotter und über Grasland zwar naturnah, aber unerbittlich bergauf, die niedrigsten Gänge sind angesagt, und die Durchschnittsgeschwindigkeit gibt auch fußläufigen Urlaubern die Chance, immer wieder mal zu mir aufzuschließen. Das liegt aber auch daran, daß ich meine kleine Taschenkamera immer wieder aus dem Radshirt fingern muss, um junge Haubentaucher oder wahlweise bejahrte Pferde abzulichten, die sich dieselbe Koppel mit glücklichen Rindviechern teilen, denen der letzte Regen die lila Farbe abgewaschen hat. Wer hat die Taschen eigentlich am Rücken platziert??? Aber da der Reissverschluss vorn ist, bin ich ziemlich sicher, das Shirt richtig herum angezogen zu haben. Es ist wie immer: Man gewöhnt sich auch an diese Yoga-Übung am besten durch oftmaliges Wiederholen..





Also, immer weiter bergauf, und irgendwann sagt mir mein Navi, dass ich mich auf über 1200m befinde und tief unter mir den Fernpass zu erblicke, über den die Autos Stossstange an Stosstange den Eingang der Alpen erreichen. Die 200extra Höhenmeter haben sich definitiv gelohnt, um nicht im Abgas und Lärm der Autokolonne fahren zu müssen, und die kilometerlange, wenn auch steile und enge Abfahrt über Stock und Stein und Wurzelwerk entschädigt mich für die Mühe.



Dabei stellt sich auch heraus, dass meine Entscheidung zugunsten der Packtaschen für m e i n e Wegführung goldrichtig war, das Rad liegt wie ein Porsche auf dem Weg und läßt sich trotzdem ausreichend leichtfüssig bewegen. Ein kurzer Stop am Hotel Fernsteinsee (die fangfrische Forelle probiere ich definitiv beim nächsten Mal), und schon geht es bergab Richtung Imst.



Dort wartet der Obi auf mich, da ich noch dringend einen Imbus zum Wechsel meiner Scheibenbremsbeläge brauche, den ich doch vergessen hatte, einzupacken. Und die Bremsbeläge hätte ich doch besser noch vor der Tour gewechselt (wollte die Tour nicht mit dem Einfahren der Bremsen beginnen),, aber lieber spät als zu spät..

Also, um es kurz zu machen: Bremsenreparatur lief erfolgreich, dank Inet gleich noch eine Anleitung gegoogelt, und nun steht der Abfahrt vom Alpenhauptkamm nicht mehr viel im Weg. Außer dem Alpenhauptkamm selbst..

2.9.13 16:22

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